Packet Radio Grundlagen
mit Besonderheiten im CB-Funk
 Mittwoch, 22. September 2021 - 38. KW, 25298 Besucher
Einleitung

 
Packet Radio ist eine Betriebsart, die es erlaubt, von einem Computer aus Daten über Funk zu übertragen. Wie bei digitalen Übertragungen allgemein üblich, geschieht das blockweise, also in Paketen (daher der Name). Weil die digitalen Daten aber analog übertragen werden müssen, wird ein Modem benötigt.

Ursprünglich war Packet Radio für eine reine Textübermittlung gedacht. Als Übertragungsprotokoll kommt AX.25 zur Anwendung, im Wesentlichen eine zugeschnittene Variante des kommerziellen X.25-Protokolls. Die Datenübertragung kann verbindungsorientiert (Connect-Kanäle) oder verbindungslos (Monitorkanal) erfolgen. Verbindungsorientiert ist eine Sicherheit gegen Übertragungsfehler gegeben. Damit lassen sich auch beliebige andere Daten fehlerfrei übertragen.

Packet Radio funktioniert nach den Prinzipien des ISO-Schichtenmodells. Das ermöglicht unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem standardisierten und damit problemlosen Informationsaustausch zwischen verschiedenen Computern. Die Funktionen der ISO-Schichten 1 (via Modem) bis 4 sind in einem TNC ("Terminal Node Controller") zusammengefaßt. Die Schichten 5 bis 7 behandelt ein Terminal als Plattform für den Operator. Geeignete Programme für Terminals stehen für unterschiedlichste Betriebssysteme zur Verfügung.

Möglich ist eine direkte Verbindung oder auch Computer miteinander zu vernetzen. Damit kann dann eine komplette Netzwerkinfrastrunktur realisiert werden. Dadurch sind die Begrenzungen der eigenen Funkreichweite nicht mehr von Belang. Für den Betrieb von Netzknoten gibt es für deren spezielle Anforderungen konzipierte Software.

Packet Radio bietet ebenfalls die Möglichkeit, über ein Mailbox-System öffentliche und private Nachrichten abzulegen. Über das Packet Radio Netzwerk tauschen diese Mailboxen selbsttätig untereinander Daten aus ("Store and Forward", S&F) und sorgen so für den Abgleich öffentlicher und die Zustellung privater Nachrichten.
Im Internet ist das wohl so etwas wie E-Mail... wer hat's erfunden? ;)

Seit dies legal möglich ist, wird im CB-Funk auch das Internet für Packet Radio genutzt. So können Netzknoten außerhalb derer Funkreichweite auch über das Internet untereinander verbunden sein. Dieser Weg steht Usern natürlich ebenfalls offen.

Da die Vorgaben im CB-Funk enge funktionale Grenzen setzen, ist der veraltete Standard "Bell 202" für Packet Radio immer noch gebräuchlich. Es gab in der Vergangenheit natürlich auch Versuche, die Netz-Bandbreite im Rahmen der zur Verfügung stehenden Funk-Bandbreite effektiver auszunutzen, insbesondere durch andere Modulationsverfahren. Unter dem Namen "MHE" kamen Geräte auf den Markt, die mit QAM arbeiten und eine DSP-Baugruppe enthalten. Gegenüber der herkömmlichen Technik bedeuten diese zwar einen Fortschritt, jedoch werden erwartungsgemäß die von den Herstellern "versprochenen" 9600 bit/s (9k6) nie wirklich erreicht. Es läßt sich die Sicherheit der Übertragung gegen Störsignale erhöhen, die Bandbreite unter Einhaltung der vorgegebenen technischen Limits jedoch nicht.

Für Übertragungen über das Internet gibt es natürlich keine solche Beschränkungen.

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